Die Münzsammlung des Römermuseums von Avenches

Die Sammlung des Römermuseums von Avenches umfasst etwa 7000 Fundmünzen aus Aventicum, Hauptort der Helvetier. Die Stücke gehören zum grössten Teil der römischen Kaiserzeit an (1.–4. Jh. n. Chr.). 4000 Münzen sind Altfunde; 3000 stammen aus modernen Ausgrabungen. Diese Notgrabungen mit gesicherter Stratigraphie werden von der Fondation Pro Aventico getragen.

Das Amphitheater von Avenches mit dem Turm des Museums. Foto Fibbi Aeppli, Grandson.
Das Amphitheater von Avenches mit dem Turm des Museums. Foto Fibbi Aeppli, Grandson.

Die numismatische Tätigkeit deckt verschiedene Bereiche ab: das Inventar und die Dokumentation der Fundmünzen gemäss den Kriterien des Inventars der Fundmünzen der Schweiz (IFS), Auswertungen im Rahmen der Untersuchungen archäologischer Befunde, Beiträge über Fundmünzen erscheinen in verschiedenen Monographien und im Bulletin Pro Aventico; geplant ist auch die Publikation eines Gesamtkataloges in der Reihe IFS. Im musealen Bereich belegen die Münzen ihre wichtige Rolle als Bestandteil der römischen Kultur.

Medaillon von Hadrian, Fund 1992 im Temple de la Grange des Dîmes. Foto A. Schneider, MRA.
Medaillon von Hadrian, Fund 1992 im Temple de la Grange des Dîmes. Foto A. Schneider, MRA.

Das Römermuseum befindet sich im Turm, der wahrscheinlich am Ende des 11. Jahrhunderts über dem östlichen Eingang des römischen Amphitheaters errichtet wurde. Die Ausstellung beleuchtet verschiedene Bereiche des Lebens in römischer Zeit: «Tod» im Erdgeschoss, «öffentliches Leben» im ersten Stock, «häusliches Leben» im zweiten Stock. Im obersten Geschoss finden jährlich Wechselausstellungen statt.

Römische Münzen und Spardose, Vitrine im ersten Stock des Römermuseums. Foto A. Schneider, MRA.
Römische Münzen und Spardose, Vitrine im ersten Stock des Römermuseums. Foto A. Schneider, MRA.

Verschiedene Themen über Münzen werden in den Vitrinen des ersten Stocks behandelt, u. a. das kaiserzeitliche Geldsystem mit Preistabellen oder die kaiserliche Propaganda. Unter den ausgestellten Funden ragen einige seltene Objekte hervor, ein keltischer Münzstempel, eine frühkaiserzeitliche Münzwaage und eine römische Spardose.

Römische Münzen, Keramik und Glas aus dem 4. Jh.,Vitrine im ersten Stock des Römermuseums. Foto A. Schneider, MRA.
Römische Münzen, Keramik und Glas aus dem 4. Jh.,Vitrine im ersten Stock des Römermuseums. Foto A. Schneider, MRA.

Eine Vortragsreihe mit dem Titel Les Apéritifs du Musée ist den verschiedensten Themen gewidmet und findet in monatlichem Rhythmus jeweils am Samstag Vormittag statt. Ein reiches Angebot an Aktivitäten rund um die römischen Münzen richtet sich an die Kinder der Region. Eine Fachbibliothek ist während den öffnungszeiten des Museums zugänglich.

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